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Mein Fremdbild
Sehen andere Sie genau so wie Sie sich selbst?

 

Bisher haben allein Sie sich selbst betrachtet.

Doch: Wie sehen die anderen Sie?

Vielleicht sehen diese Sie ganz anders als Sie selbst!

 

Jeder urteilt über andere schon nach Sekundenbruchteilen.

Grund: Das limbische System des Gehirns klassifiziert stets!

Es wird seit Anbeginn trainiert

Es gibt nur subjektive Urteile, niemals Objektivität und Gerechtigkeit.

Auch wenn man sich offiziell weigert zu urteilen - unterbewusst hat man es längst getan.

Eingangsurteile werden später selten fundamental korrigiert, gelegentlich aber modifiziert.

Werkzeug für die Ermittlung des Unterschiedes von Selbstbild und Fremdbild ist eine Matrix, das Johari-Fenster, benannt nach den Entwickler dieses System, Joseph Luft und Harry Ingham (USA, 1955). .

 

Johari-Fenster

 

Ich: bekannt

Ich: unbekannt

 

Andere: bekannt

OK

 

Selbsttäuschung

Andere: unbekannt

Täuschung 

Weißer Fleck

 

Manches an einem ist einem selbst oder anderen bekannt oder unbekannt.

Daraus resultieren vier Zustände:

O.K.: Beide Wahrnehmungen decken sich.

Täuschung: Der andere erkennt diese Eigenheiten (leider/glücklicherweise) nicht.

Selbsttäuschung: Man selbst erkennt diese Eigenheiten (leider/glücklicherweise) nicht.

Weißer Fleck: Hat keiner gemerkt.

 

Für die Ermittlung wie Andere einen sehen, braucht man Andere.

Diejenigen, die einem gut gesonnen sind, werden eher Angenehmes sagen.

Diejenigen, die einem nicht gut gesonnen sind, werden eher Unangenehmes sagen.

Am Besten sind daher Leute, die einen ein wenig kennen, nicht lieben oder hassen.

Man hört sich lieber Angenehmes an. Doch seine Schwachstellen erfährt man nur über das Unangenehme.

Die Ermittlung des Fremdbildes der Anderen und des eigenen Selbstbildes dient die nachfolgende Übung. Sie kann mit verschiedenen Personen oder hin und wieder wiederholt werden.

3 - 4 Personen bilden eine Gruppe

Jeder schreibt Stärken / Schwächen seiner selbst und der Anderen auf.

Keine Listen zum Ankreuzen, das verfälscht die Wahrnehmung.

 

Es gelten u. g. Feedback-Regeln.

Jeweils eine Person gibt ein Feedback auf Grundlage o. g. Notizen, die zweite Person nimmt es entgegen, die dritte Person kontrolliert die Einhaltung der Regeln.

Die Rollen rotieren, so dass jeder einmal jede Rolle spielt

 

Bei der Auswertung ist besonders von Interesse, wo sich die eigenen Angaben nicht mit denen der anderen Personen decken (Täuschung, Selbsttäuschung).

Die genannten Beobachtungen sagen nichts über dem Umfang und die Bedeutung der beobachteten Aspekte aus, nur über das Beobachtet werden. Es geht nur darum festzustellen, ob sich das Selbstbild mit dem Fremdbild deckt, wo, wo nicht und warum.

Ein Feedback kann nicht nur an dem Anderen liegen, erst recht nicht, wenn es von mehreren kommt.

 

Feedback-Regeln:

 

Der Feedback-Geber sagt Alles, ist ehrlich, ohne falsche Rücksicht.

Der Feedback-Geber darf nicht gezielt verletzen oder schonen.

Der Feedback-Nehmer lässt ausreden.

Der Feedback-Nehmer sagt nicht: Das muss so sein, weil...

Der Feedback-Nehmer sagt nicht: Das ist nicht so, weil...

Der Feedback-Nehmer darf fragen: Woran ist das festgemacht?

Der Feedback-Nehmer darf nicht mit Fragen angreifen: Wie kommst du dazu!

Der Kontrolleur überwacht die Einhaltung der Regeln und unterbricht bei Verletzungen

Der Feedback-Nehmer bedankt sich auch für negative Feedbacks - sie werden ihm helfen, wenn er sie annimmt.

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